Die Geschichte der Rolex Milgauss geht bis in die 50er Jahre des letzten 20. Jahrhunderts zurück. Grund war die Beeinflussung mechanischer Werke durch magnetische Felder. Wissenschaftlern und Ingenieuren fehlte deswegen eine Methode der Präzisen Zeitmessung in ihrem normalen Arbeitsumfeld. Da Rolex sich zuvor bereits in die Tiefe des Meeres vorgewagt und Zeitzonen überwunden hatte, stellte sich das Unternehmen nun einer neuen Herausforderung. Schon magnetische Felder mit einer Stärke von 50 bis 100 Gauß konnten die Funktionsweise eines mechanischen Uhrwerks nachhaltig negativ beeinflussen.
Zusammen mit Experten testeten die Schweizer unterschiedliche Anpassungen an den Werken, welche ihre Beständigkeit beispielsweise beim Einsatz am Cern unter Beweis stellen mussten. Heraus kam ein Modell, welches große Ähnlichkeit mit der Submariner aus dem eigenen Haus besitzt. Anpassungen im Inneren sorgen währenddessen dafür, dass Magnetfelder mit einer Stärke von bis zu 1.000 Gauß keine funktionalen Einschränkungen bedeuten. Um die Milgauss-Modelle erkennen zu können, erfolgt am besten ein Blick auf das Ziffernblatt und insbesondere den Sekundenzeiger in Form eines Blitzes. Dieser fiel in den 70er Jahren weg, worauf Ende der 80er Jahre die Einstellung der Serie erfolgte, die sich nicht bei den anderen Erfolgen der Schweizer einreihen konnte.
Die Wiederbelebung erfolgte erst im Jahr 2007 mit der Veröffentlichung der Modelle der Referenz 116400. Diese Referenz bringt unter anderem den blitzförmigen Sekundenzeiger zurück. Das vormals erfolglose Modell erlebte einen zweiten Frühling. Vollendung fand die Auferstehung der Milgauss im März 2014 zum Jubiläum der Reihe.
Im März 2014 veröffentlicht Rolex die Referenz 116400GV, wobei das GV für »glass verte« steht, was so viel wie grünes Glas bedeutet. Dabei handelt es sich um ein Glas, welches aus einem speziellen Herstellungsverfahren hervorgeht. In Kombination mit einem blauen Ziffernblatt, welches Rolex als Z-Blue bezeichnet, entsteht ein einzigartiger Retro-Look, mit dem die Milgauss-Kollektion erstmals eine ausgeprägte eigene Identität erhält. Diese optischen Anpassungen stellen den einzigen Unterschied zur Referenz 116400 aus dem Jahr 2007 dar.
Das bedeutet, dass auch die Milgauss aus dem Jahr 2014 auf erprobte Oyster-Gehäuse bestehend aus rostfreiem Stahl setzt. Im Inneren werkelt das Kaliber 3131, welches magnetischen Einflüssen durch mechanische Anpassungen und eine Abschirmung widerstehen kann.